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Wenn eine Idee die andere jagt!

Faszination und Flüchtigkeit

Wahrnehmung, Assoziation, Idee, Gedankenkette - neue Wahrnehmung, neue Assoziation, neue Idee, neue Gedankenkette - wieder eine neue Wahrnehmung, wieder eine neue Assoziation wieder, wieder, wieder, und so weiter, und so weiter, und so weiter Wenn eine Idee die andere jagt - Über den Fluch und Segen vieler und unterschiedlicher Ideen! Ideen sind wie Bewegungen - sie sind von faszinierender, flüchtiger Art. Manche Ideen sind laut und schrill und drängen sich regelrecht auf, andere sind leise, zart oder gar geheimnisvoll. Es gibt Ideen, die sind wie Geistesblitze, sie leuchten auf und schlagen ein - während andere Ideen flüchtig, feenhaftgleich vorbeihuschen. Ideen tauchen oftmals wie aus dem Nichts aus und preschen, eilen oder wehen vorbei und wenn sie nicht festgehalten werden, tauchen sie so schnell wie sie gekommen sind auch wieder ab. Damit sie nicht verloren gehen, ist der hochkreative Mensch, gleich einem Fotografen, der die Kamera stets griffbereit halten muss, um im richtigen Moment auf den Auslöser drücken zu können, ständig in der Not, sie irgendwie festzuhalten. Ob als Notiz, Skizze oder Aufzeichnung, die Ideen brauchen ein Medium, auf das sie gebannt werden können. Sie nicht aufzuschreiben bedeutet, entweder die Ideen ständig im Kopf zu behalten oder Gefahr zu laufen, sie zu verlieren.


Was für normaldenkende Menschen einfach ist, nämlich eine einzelne Idee einzufangen und aufzuschreiben, um sie später in Ruhe weiter ausarbeiten zu können, ist für hochkreative Menschen fast unmöglich, denn seine Ideen kommen in extrem rascher Abfolge - er kommt nicht hinterher. Sein Motiv hält nicht still und wartet nicht, bis er den Fotoapparat positioniert und auf den "Auslöser" gedrückt hat - sein Motiv, die Idee, prescht, eilt, fliegt vorbei, macht Platz für das nächste. Anstelle eines Fotoapparates bräuchte er für die Flut seiner Ideen eine Filmkamera.

Erschwerend kommt für viele hochkreative Menschen hinzu, dass sie Legastheniker sind, d.h., es fällt ihnen schwer ihre schnellen Gedanken in Schrift zu wandeln!


"Nicht schon wieder eine neue Idee!" - Problemfeld "Massenproduktion" Hochkreative Menschen laufen auf Hochtouren, wenn sie in den kreativen Ideenproduktionsprozess einsteigen. Wenn ein guter Gedanke dem nächsten folgt und eine Idee nach der anderen entsteht, dann sind sie in ihrem Element. Sie könnten sich an der Fülle ihrer Assoziationen erfreuen und den Flow-Moment genießen, wenn nicht von ihnen auch die Umsetzung der Ideen erwartet werden würde. Und da beginnt eines von vielen Problemen. Viele hochkreative Menschen mussten schon als Kind eine Abwertung ihrer Fähigkeit erfahren. "Wo bist du nur wieder in deinen Gedanken?!", "Immer hast du neue Flausen im Kopf!", "Dafür interessiert sich jetzt keiner!", "Wenn du doch mal aus deinen Ideen etwas machen würdest, aber ...", "Mach doch erst mal das eine fertig, bevor du schon wieder etwas neues anfängst". Solche oder so ähnliche Aussagen tragen dazu bei, dass gerade Kinder, die zusätzlich über eine gesteigerte Wahrnehmung verfügen, außerordentlich feinfühlig sind und ein extrem empfängliches Gespür für Zwischenmenschliches haben, ihre hochkreativen Fähigkeiten verleugnen.

Viele dieser hochsensiblen hochkreativen Kinder gehen dazu über, sich für ihre vielen Gedanken und Ideen zu entschuldigen. Einige ziehen sich zurück, werden dadurch als schüchtern, introvertiert und unbeteiligt wahrgenommen und gehen dadurch schnell im Kindergarten- oder Schulalltag unter. Ihre Überlebensstrategie: Schweigen anstatt zu Reden. Das prägt - prägt sie für ihr ganzes Leben und von der hochkreativen Gabe bleibt nur eine tiefe, unerkannte und zugleich unerfüllte Sehnsucht, der sie in der Regel schmerzlich und meist beschämt folgen.

Andere hochkreative Kinder wiederum werden laut und aggressiv, sie gehen in konfrontative Auseinandersetzungen und "schlagen in ihrer Not um sich". Auch sie schaffen es nicht, ihrer Begabung zu folgen, denn durch ihre aufmüpfige Verhaltensweise werden sie in der Regel zur Räson gerufen, man versucht sie zu beruhigen und zu integrieren. Somit werden ihre Begabungen und Fähigkeiten, die laut nach Lob und oder Bewunderung schreien, übersehen. Auch das prägt diese Kinder ihr ganzes Leben lang und sie werden in der Regel kein entspanntes Verhältnis zu ihrer hochkreativen Fähigkeit entwickeln.

"Bleib doch mal bei einer Sache!" - Themenfeld "Interdisziplinarität" Zum quantitativen Problem, also dem hohen Mengenaufkommen von Ideen, kommt die Vielfalt. Viele hochkreative Menschen entwickeln Ideen in den unterschiedlichsten Themengebieten. Das verwirrt nicht nur Außenstehende. Vielen hochkreativen Menschen fällt es schwer, sich selbst zu verstehen, wenn sie Ideen für verschiedenste Fachbereiche entwickeln. Doch warum? Vermutlich kommt ihre Irritation durch den unbewussten Vergleich zu Menschen in ihrer Umgebung. In unserer Gesellschaft haben Spezialisten und Experten die höchste gesellschaftliche Anerkennung. Hat es jemand durch Fachwissen bis in die höchsten Chefetagen oder Fachbereiche der Wissenschaft geschafft, dann gilt er als erfolgreich. Interdisziplinarität hat in unserer Gesellschaft kein gesteigertes Ansehen. Entweder du bist Musiker oder Wissenschaftler oder Handwerker oder oder oder oder ... Sowohlalsauch-Menschen sind verträumte Verzetteler oder undisziplinierte Sich-Nicht-Festleger. Inzwischen hat sich in der Psychologie der Begriff der Vielbegabung oder des Scanners als Fachausdruck etabliert, aber gesellschaftliche Anerkennung erfahren diese Menschen nur selten. Menschen, die in den unterschiedlichsten Disziplinen Ideen entwickeln, müssen Experten Rede und Antwort stehen. Ihnen wird nicht zugestanden, herausragende Ideen entwickeln zu können, wenn sie in diesen Bereichen keine nachweisbare Expertise vorweisen können. Dabei ist genau das ihre größte Fähigkeit!


"Wie kannst du das wissen?" - Problematik "Problemerkennung"

Hochkreative Menschen können aus den unterschiedlichsten Fachbereichen und Themengebieten essentielle Aspekte extrahieren und sie mit anderen Gesichtspunkten in Verbindung bringen. Sie verfügen über die Fähigkeit Systeme und Strukturen zu verstehen ohne sie im Detail zu durchdringen. Gleichzeitig erkennen sie jedoch jene Detailbereiche, die mögliche Problemstellen beinhalten. Wie kann das sein? Hochkreative generieren in ihrer Vorstellung Idealbilder, die sie mit dem Istzustand abgleichen. Dabei gehen sie in der Regel nicht analytisch im eigentlichen Sinn vor, in dem sie ein System in seine Bestandteile untergliedern und sie systematisch untersuchen. Sie analysieren "Bilder" in ihrer Ganzheit. In ihrer Vorstellung legen sie "Idealbild und Istbild" übereinander. Das ermöglicht ihnen Nichtpassungen oder Lücken auf einen Blick zu erkennen. Dabei hilft ihnen wiederum ihr vielfältiges, interdisziplinäres Wissen, das sie als Grundlagenwissen für ihren idealen Bildaufbau nutzen. Wenn hier von Bildern gesprochen wird, dann sind auch Bilder gemeint. Hochkreative sind Bilderdenker. Jeder gesprochene Satz, jedes geschriebene Wort wird in Vorstellungsbilder umgewandelt. Je nach Sachzusammenhang entstehen in ihrer Vorstellungswelt sehr detaillierte und facettenreiche Bilder oder ganze Filme. Diese Fähigkeit nutzen sie in der Problemanalyse. Während linear strukturierte Analyseprozesse Schritt für Schritt ablaufen, erkennen hochkreative Menschen auf einen Blick den entsprechenden Problempunkt. Da sie davon ausgehen, dass alle so denken und Problemsuche betreiben, wie sie selbst, laufen sie Gefahr als vorschnell und besserwisserisch abqualifiziert zu werden.


"Wenn du eine Idee hast, dann musst DU sie auch umsetzen!" - Schuldgefühle und Rechtfertigungen

Die gängige Meinung, dass eine Idee vom Ideengeber umgesetzt werden muss und nur dann als wertvoll erachtet wird, wenn sie umgesetzt wird, bringt hochkreative Menschen in höchste Not. Ihr Leben wird bestimmt von Schuldgefühlen und Rechtfertigungen. So leidet der Hochkreative unter größten Schuldgefühlen, wenn er wieder einmal für eine neue Idee in Begeisterung ausbricht. Wenn dadurch eine ältere Idee ins Hintertreffen gerät, fühlt er sich genötigt, sich dafür zu rechtfertigen und zu entschuldigen. Dabei wird verkannt, dass der Hochkreative nicht für die Umsetzung geboren ist! So wie der Autor nicht den Film zu seinem Buch dreht oder der Gärtner nicht als Koch in der Restaurantküche das Gemüse zur geschmacklichen Entfaltung bringt, so ist der Ideen-Creator nicht für die Umsetzung seiner Ideen zuständig!


"Ich könnte, wenn ich könnte" - Potential "Hochkreativität"

Der hochkreative Mensch ist dazu geschaffen neue Ideen zu generieren. Seine Begabung liegt in der Wahrnehmung und Verknüpfung der unterschiedlichsten Elemente. Seine intrapersonale Aufgabe ist das Erkennen von Problemen und Produzieren von neuen Gedanken, Möglichkeiten und Ideen. Dies gilt es schon bei den Kleinsten zu erkennen, denn ihre Ideen haben das Potential die Welt zu verändern! Freu dich an ungewöhnlichen Gedankengängen von hochkreativen Kindern. Schreibe ihre Ideen für sie auf und hilf ihnen bei der Suche nach potentiellen Umsetzern oder gib die Idee mit ihrer Zustimmung weiter. Der Traum eines jeden Hochkreativen ist der persönliche Agent, der für die Umsetzung seiner Ideen den passenden Partner findet. Doch auch in der Industrie, Wirtschaft oder Wissenschaft sind hochkreative Menschen Gold wert. Sie sind der Joker, das As im Ärmel, wenn andere Ansätze ins Leere laufen! Als "freie Radikale" können sie Probleme schon im Entstehungsprozess erkennen und entsprechende Lösungsansätze entwickeln. Als Hochkreative sind sie Visionäre, die Ideen mit wegweisendem Potential entwickeln und Möglichkeiten aufzeigen, die weit über die Probleme im Hier und Jetzt hinausreichen.


Für Myndun e.V. Dr. Birgit Wegerich-Bauer



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