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Horrorfantasien - die Schattenseite der Hochkreativität

Aktualisiert: 15. Juli 2019


Hochkreativität .... Das Wort löst in der Regel ausschließlich positive Assoziationen hervor. Fantasie, Ideenreichtum, Genialität, schöpfende oder problemlösende Innovationskraft, sprühende und zündende Gedanken um nur ein paar zu nennen. Doch die Hochkreativität kann auch eine dunkle Seite haben - die "Horrorfantasie". Hochkreativität bedeutet u.a. einen Einfall haben, sich etwas ausdenken und ausmalen. Hochkreative Menschen besitzen die Fähigkeit in Bildern zu denken. Jedoch nicht jeder Gedanke führt in eine bunte, fröhliche Welt und zu einer genialen, umsetzbaren Idee. Manche Gedanken haben die unerbittliche Kraft, das Düstere heraufzubeschwören. Das Feuerwerk an Gedanken, wird zur Kettenreaktion der Fratzen und Dämonen. Ein furchtbarer Gedanke löst den anderen ab und ein einzig, winzig kleiner Gedankenfetzen hat die Macht die Geburt einer Horrorfantasie in die Wege leiten. AUSMALEN - JEDOCH IN DUNKELSTEN UND DÜSTERSTEN FARBEN. Negative Erkenntnisketten und angstmachende Visionen sind die Kehrseite der schillernden und sprühenden Kreativität. Aufgeladen mit negativen Gefühlen, kann ein Gedanke zum Abgrund werden. Endzeitstimmung bestimmt dann die Gedanken-Bilderwelten der Hochkreativen. Erkennende und musterfortsetzende Fähigkeiten, sind unabdingbarer Bestandteil einer kreativen Hochbegabung. Das bedeutet, dass jene Hochbegabten Systeme augenblicklich erfassen und weiterdenken, dabei ist die Richtung nicht vorgegeben. Der systemerkennende Gedanke kann eine positive als auch eine negative Assoziationskette in Bewegung setzen und bestehende Systeme können jederzeit zu Ende gedacht werden - sie enden oftmals in apokalyptischen Szenarien. Erschwerend für viele hochkreative Menschen ist in diesem Zusammenhang ihre Hochsensibilität sowie ihre große empathische Fähigkeit. Sie erleben Ereignisse, Erzählungen oder Berichterstattungen hautnah, sie tauchen ganz und gar in die vorgegebenen Bilderwelten ein und werden Teil des Geschehens. Bilder aus Dokumentationen, Reportagen oder Nachrichtensendungen berühren sie zutiefst und sind Auslöser für negative Gedankenspiralen, die emotional durchlebt werden. Fremd- und Eigenerleben durchmischen sich und Fremd- und Eigengefühl verschwimmen. Wenn hochkreative Menschen keine Mechanismen zur Differenzierung von Fremd- und Eigengefühl und -bilderwelt gelernt haben, bedeutet diese besondere Fähigkeit Auslieferung - im Positiven als auch im Negativen.


"Kind, mach doch aus einer Mücke keine Elefanten", "stell dich nicht so an, das ist doch nur im Film", "übertreibe doch nicht immer so" oder "du steigerst dich wieder in etwas rein" ... Solche oder so ähnliche Formulierungen sind vielen Hochkreativen von Kindesalter an wohl vertraut. Werden ihre sorgenreichen und mit Fremdemotionen aufgeladenen Gedankenszenarien in ihrer Kindheit mit solchen Aussagen bewertet, verwandeln sich spontan getätigte Behauptungen zu Glaubenssätzen, die Hochkreative ein Leben lang begleiten. Sie fühlen sich mit ihren Gedanken nicht gesehen, ernst genommen und wertgeschätzt. Der dringend benötigte, wertschätzende Austausch auf Augenhöhe bleibt ihnen versagt. In der Regel bleibt Hochkreativen nichts anderes übrig, als sich mit ihren düsteren Gedankenbilderwelten in sich selbst zurückzuziehen und introvertiert zu werden. Die Begabung des "erkennenden Bilderdenkens", über die hochkreative Menschen verfügen, ist somit neben dem Potential zur Genialität gleichzeitig der Nährboden für negative Gemütsstimmungen und Depressionen. Der Abgrund begleitet ihr Leben genauso wie der Höhenflug. Dr. Birgit Wegerich-Bauer für Myndun

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