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Hochsensibel und hochbegabt - zwei Seiten einer Medaille?

Aktualisiert: 31. Mai


Vorab eine Anmerkung für die Kritiker, Skeptiker und Ungläubigen: Natürlich hat nicht jeder Hochsensible einen IQ von mindestens 130, wie „Hochbegabung“ ja definiert ist! Vergleicht man allerdings die Persönlichkeitsbeschreibungen beider Gruppen, sind – bis auf individuelle Ausprägungen – keine Unterschiede festzustellen. Ich persönlich weigere mich, Menschen nach Quantität (was der IQ ja nur ist) „einzuteilen“, ganz einfach, weil es ihnen nicht im Ansatz gerecht wird. Die Ergebnisse von IQ-Tests sind nicht das Maß aller Dinge, insbesondere, weil die Testungen sehr störanfällig sind und damit das Potenzial vieler Probanden gar nicht wirklichkeitsgetreu wieder gegeben werden kann (was NICHT heißt, dass ich von IQ-Tests nichts halte, ganz im Gegenteil! Aber es ist von vielen Faktoren abhängig, ob sie das vorhandene Potenzial abbilden oder eben nicht. Insbesondere bei den kostengünstigen Mensa-Tests werden etwa die Hälfte der bisher unerkannten Hochbe-gabten nicht identifiziert, was oft zu viel Leid führt). Persönlichkeitseigenschaften ausschließlich durch eine quantitative Größe wie den IQ als „berechtigt“ oder „nicht berechtigt“ einzustufen, halte ich nicht für zielführend. Ich verstehe „Hochbegabung“ hier also ausschließlich als ein Konglomerat von Persönlichkeitseigenschaften, die zwar mit Intelligenz zusammenhängen, aber nicht an einem willkürlichen Schwellenwert festgemacht werden können.

So, jetzt aber …

Ein Vergleich von Merkmallisten ist bei Erwachsenen nicht so einfach, wie bei Kindern, weil es für Erwachsene keine Merkmallisten gibt, die aus Studien hervorgegangen sind. Bisher hat die Wissenschaft hier ihren Fokus immer noch weit überwiegend auf Kinder. Zwar gibt es mittlerweile einige Bücher über hochbegabte Erwachsene, die auch wirklich gut sind, aber keines basiert auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen (von einzelnen Kapiteln einmal abgesehen). Die Inhalte basieren auf Beobachtungen, die zwar umfangreich sind und sicher auch wahr, aber eben nicht das, was man in der Wissenschaft „evidenzbasiert“ nennt. Bei qualitativen Merkmalen ist das jedoch auch in der Wissenschaft äußerst schwierig bis unmöglich. Deshalb wird viel Wert auf die „Qualität“ des Autors gelegt, auch von mir. Aber die von unterschiedlichen Autoren beschriebenen Merkmale sind immer noch umstritten. Es gibt Fachleute, die behaupten, zwischen Hochbegabten und Normalbegabten gäbe es keinerlei Unterschiede außer ihrem IQ und dabei werden wahrscheinlich die meisten Hochbegabten aufjaulen wie ein Hund, dem man auf die Pfote getreten hat. Und es gibt andere, die genau das Gegenteil behaupten und diese Unterschiede sehr differenziert beschreiben. Ich bin überzeugt von einer grundlegenden Andersartigkeit hochsensibler UND hochbegabter Menschen. Schließlich bin ich selbst einer und erlebe das jeden Tag an mir und seit nunmehr acht Jahren bestätigen meine Klienten und über 5.000 Mitglieder meiner Facebook-Gruppe das ebenfalls.


Zwar gibt es eine umfangreiche Studie zu hochbegabten Erwachsenen, aber die Ergebnisse sind noch nicht veröffentlicht und ich weiß auch nicht, ob daraus eine Merkmalliste generiert werden kann oder wird. Lassen wir uns überraschen… Eine weitere Studie beschäftigt sich mit Hochbegabten im Arbeitsleben.

Weil es mir aber darum geht, dass möglichst viele Menschen sich erkennen, sind qualitative Vergleiche die einzige Möglichkeit, Ähnlichkeiten oder gar Gleichheiten festzustellen.

Ich habe in meinen Büchern Merkmallisten mit entsprechenden Erklärungen veröffentlicht. Die einzelnen Merkmale habe ich aus Büchern über erwachsene Hochbegabte bzw. Hochsensible, Texten/Listen anderer Websites zusammengestellt, und mit meiner Erfahrung mit zahlreichen hochbegabten Erwachsenen abgeglichen. Und teilweise sind das auch Merkmale, die schon bei Kindern festzustellen sind, denn Hochbegabung wächst sich ja nicht aus. Natürlich sind auch meine Listen nicht evidenzbasiert. Dennoch benutze ich die für hochbegabte Erwachsene hier zum Vergleich, eben aus Ermangelung wissenschaftlich fundierter Forschungsergebnisse bei hochbegabten Erwachsenen.


Aber auch in anderen Punkten gestaltet sich ein Vergleich hier schwierig, besonders aufgrund unterschiedlicher Semantik. Ich möchte das dennoch einmal angehen und werde an den entsprechenden Stellen darauf hinweisen.


Zunächst möchte ich den Fragebogen von Elaine Aron („HSP-Scale“) auf seine Tauglichkeit für einen Vergleich mit den Merkmalen hochbegabter Erwachsener prüfen. Dazu ist es notwendig, die



Definition von Hochsensibilität

zu kennen, die Aron in ihrem Buch „Hochsensible Menschen in der Psychotherapie“ (S. 46) wie folgt angibt:

„Wenn man Hochsensibilität feststellen will, hält man Ausschau nach vier Kategorien:

1. gründliche Informationsverarbeitung 2. Übererregbarkeit 3. emotionale Intensität 4. sensorische Empfindlichkeit“

Diese vier Kategorien müssen alle vorhanden sein, wobei die erste, also die gründliche Informationsverarbeitung das Schlüsselmerkmal ist. Schlüsselmerkmale sind in der Biologie „Bezeichnungen für Verhaltensweisen, Fähigkeiten oder strukturelle Merkmale, die es einer Organismenart ermöglichen, eine ökologische Zone zu erschließen. S. der Vögel, die den Luftraum erobert haben, sind z.B. die Flugfähigkeit, Flügel und Federn …“. Ohne dieses Schlüsselmerkmal ist also eine Zuordnung zu einer Gruppe unmöglich.



Mit dieser Kenntnis ausgestattet,

können wir uns die HSP-Scale genauer ansehen:

1. Mir scheint, dass ich Feinheiten um mich herum wahrnehme

2. Die Launen anderer machen mir etwas aus

3. Ich neige zu Schmerzempfindlichkeit

4. Koffein wirkt sich besonders stark auf mich aus

5. Ich habe ein reiches, komplexes Innenleben

6. Laute Geräusch rufen ein Gefühl von Unwohlsein in mir hervor

7. Kunst und Musik können mich tief bewegen

8. Ich bin gewissenhaft

9. Ich erschrecke leicht

10. Veränderungen in meinem Leben lassen mich aufschrecken und beunruhigen mich

11. Wenn viel um mich herum los ist, reagiere ich schnell gereizt

12. Ich bin sehr darum bemüht, Fehler zu vermeiden bzw. nichts zu vergessen

13. Es nervt mich sehr, wenn man von mir verlangt, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen

14. Ich werde fahrig, wenn ich in kurzer Zeit viel zu erledigen habe

15. Ich achte darauf, mir keine Filme und TV-Serien mit Gewaltszenen anzuschauen

16. An stressigen Tagen muss ich mich zurückziehen können – ins Bett oder in einen abgedunkelten Raum bzw. an irgendeinen Ort, an dem ich meine Ruhe habe und keinen Reizen ausgesetzt bin

17. Helles Licht, unangenehme Gerüche, laute Geräusche oder kratzige Stoffe beeinträchtigen mein Wohlbefinden

18. Wenn Menschen sich in ihrer Umgebung unwohl fühlen, meine ich zu wissen, was getan werden müsste, damit sie sich wohl fühlen (wie zum Beispiel das Licht oder die Sitzposition verändern)

19. Ein starkes Hungergefühl verursacht heftige Reaktionen, es beeinträchtigt meine Laune und meine Konzentration

20. Ich bemerke und genieße feine und angenehme Gerüche, Geschmacksrichtungen, Musik und Kunstgegenstände

21. Als ich ein Kind war schienen meine Eltern und Lehrer mich für sensibel und schüchtern zu halten

22. Es zählt zu meinen absoluten Prioritäten, mein tägliches Leben so einzurichten, dass ich aufregenden Situationen oder solchen, die mich überfordern, aus dem Weg gehe

23. Wenn ich mich mit jemandem messen muss oder man mich bei der Ausübung einer Arbeit beobachtet, werde ich so nervös und fahrig, dass ich viel schlechter abschneide als unter normalen Umständen

(Entnommen aus Aron „Sind Sie hochsensibel?“, Seiten 21-24)


Bevor wir hier etwas vergleichen können,

müssen wir uns deutlich machen, was mit den einzelnen Punkten überhaupt abgefragt wird, denn auch hier müssen wir die Semantik berücksichtigen:

1. Detailwahrnehmung

2. Übererregbarkeit (aufgrund emotionaler Gegebenheiten), ggf. emotionale Intensität

3. Sensorische Empfindsamkeit (Reize aus dem Körperinneren)

4. Übererregbarkeit (aufgrund direkter äußerer Einwirkung)

5. Gründliche Informationsverarbeitung, ggf. emotionale Intensität

6. Sensorische Empfindsamkeit (Geräusche)

7. Sinn für Ästhetik, ggf. emotionale Intensität

8. Genauigkeit, ggf. Perfektionismus (der muss nicht negativ sein!)

9. Übererregbarkeit

10. Verlangen nach Ruhe in Form von Kontinuität, Übererregbarkeit

11. Übererregbarkeit

12. Perfektionismus

13. Übererregbarkeit, ggf. Reaktion auf Zeitdruck, Perfektionismus

14. Wie 13

15. Abneigung gegen Gewalt, ggf. emotionale Intensität

16. Übererregbarkeit, Verlangen nach Ruhe, um das Erregungsniveau zu normalisieren

17. Sensorische Empfindsamkeit

18. Empathie, ggf. emotionale Intensität

19. Sensorische Empfindsamkeit (Reize aus dem Körperinneren)

20. Sinn für Ästhetik

21. Fremdbild über die eigene Person

22. Wie 16

23. Abneigung gegen Wettbewerb, ggf. Übererregbarkeit aufgrund emotionaler Gegebenheiten, Perfektionismus


Wir sehen also, dass mit 4 Punkten die sensorische Reizempfindlichkeit, mit 7-9 Punkten die Übererregbarkeit und gegebenenfalls (!) mit 5 Punkten die emotionale Intensität abgefragt wird, und nur 1 Punkt vorhanden ist, der auf Merkmale von Intelligenz verweist, nämlich in Form des „komplexen Denkens“ oder, in Arons Worten, der „gründlichen Informationsverarbeitung“.

Aber was verbirgt sich hinter den einzelnen Begriffen?

Aron erklärt das in o. g. Buch über fast 30 Seiten. Ich führe das hier nur sehr kurz aus:

  1. Informationen können erst verarbeitet werden, wenn sie durch Wahrnehmung (Aufnahme => Thalamus) ins Gehirn gelangen. Mehr Wahrnehmung, mehr Informationen. Mehr Informationen, mehr ("gründlichere") Verarbeitung. Aron siedelt hier die hohen ethisch-moralischen Werte, die tiefe Reflexion über sich und andere aber auch über Sachverhalte an, ebenso wie ein schnelles Verstehen, tiefe Einsichten, das Wahrnehmen und Einbeziehen vieler Details, die vielen Warum-Fragen und vieles mehr. Das sind alles Verhaltensweisen/Eigenschaften, die auch der (hohen) Intelligenz zugeordnet werden. Das Fehlen dieser gründlichen Informationsverarbeitung bedeute, dass hier keine Hochsensibilität vorliegt (Aron).

  2. Aron meint hier die körperlich spürbare, nervliche Übererregbarkeit, wie man sie z. B. in Stresssituationen oder auch bei sehr großer Freude empfindet. Dieser Punkt wird auch gern mit emotionaler Überempfindlichkeit verwechselt. Das zeigt sich oft, wenn es nur bestimmte negativ bewertete Situationen betrifft.

  3. Wichtig ist bei dieser Kategorie, sich immer bewusst zu machen, dass es um INTENSITÄT geht und nicht um Überempfindlichkeit bezüglich negativer oder belastender Emotionen. Wir haben die Eigenheit, unseren Fokus auf das Negative zu legen und das Positive hinzunehmen, das ist ganz menschlich. Dennoch müssen hier immer beide Seiten betrachtet werden. HSM haben auch die Fähigkeit zu übergroßer Freude, Begeisterung und Leidenschaft (wenn man sie lässt), was positive Emotionen sind. Fehlt diese positive Seite in ausgeprägter Intensität, so ist nach den Ursachen zu forschen. Ist sie tatsächlich nicht vorhanden, liegt nach Aron keine Hochsensibilität vor.

  4. Hier geht es ausschließlich um die Sinne. Meist sind alle betroffen, werden aber nicht immer gleich bewusst wahrgenommen. Die meisten HSM nehmen eine deutliche Geräuschempfindlichkeit gefolgt von Lichtempfindlichkeit wahr (bei Kindern steht oft die taktile Empfindsamkeit im Vordergrund). Anderes oft erst, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Besonders die taktile Empfindlichkeit wird oft falsch gedeutet (sich nicht anfassen lassen wollen, etwas nicht anfassen, am Körper haben wollen).

Bei den hier genannten Punkten gilt: Sie müssen alle vorhanden sein. Aber sie treten in individuell unterschiedlichen Konstellationen (Ausprägungen) auf und auch in unterschiedlicher Intensität. Ferner ist zu berücksichtigen, inwieweit in der Kindheit eine angemessene Emotionsregulation erlernt werden konnte und inwiefern das Elternhaus/die Bezugspersonen stabil sind/waren. All das hat Einfluss darauf, ob und wie eine Hochsensibilität sich zeigt und vom HSM selbst und auch von seinem Umfeld wahrgenommen wird. Aron sagt, dass HS-Kinder, die in einem annehmenden Umfeld aufgewachsen sind, kaum von Normalsensiblen zu unterscheiden sind. Das erklärt zum Teil, warum einige (begabte) Menschen sich selbst nicht als hochsensibel einschätzen und/oder von anderen nicht als hochsensibel erkannt werden. Logisch: Wenn die hohe Sensibilität in der Kindheit als normal angesehen wurde, wird das betroffene Kind es auch als normal empfinden (auch später als Erwachsener) und sich höchstens ab und an wundern, warum andere nicht so empfindlich sind. Aber es wird sein Augenmerk nicht darauf legen.

Diese im Sinne von eindeutigen Hinweisen auf Intelligenz dürftigen Informationen, sowohl in ihrem Fragebogen, als auch in der Definition von Hochsensibilität, machen einen direkten Vergleich, so wie ich es im vorherigen Artikel bei Kindern gemacht habe, unmöglich, weil „Intelligenz-typische“, kognitive Eigenschaften oder Fähigkeiten hier nur der „gründlichen Informationsverarbeitung“ zugeordnet werden können. Die ist ja, wie bereits erläutert, das Schlüsselmerkmal für Hochsensibilität, womit klar sein dürfte, dass es Hochsensibilität ohne (hohe) Intelligenz nicht gibt. Und dennoch fragt Aron dieses Schlüsselmerkmal konkret mit nur einem Punkt in ihrem Test ab. Es sei denn, man bewertet „gründliche Informationsverarbeitung“ als eine Art übergeordneter Fähigkeit und ordnet die anderen drei „darunter“ ein. Etwa so wie bei den Vögeln die Flugfähigkeit vorhanden sein muss, aber eben auch Federn, Flügel, etc.


Wir können also nur aus Arons Texten auf deutlichere Anzeichen von Intelligenz schließen.

Deshalb zitiere ich hier einige Sätze und Satzteile aus Arons Buch „Sind Sie hochsensibel?“: Anmerkung: Weil das alles Zitate aus dem o. g. Buch sind, spare ich mir der besseren Lesbarkeit wegen genauere Zitationsangaben, ebenso die Anführungsstriche. Meine eigenen Gedanken kennzeichne ich kursiv:

  • besser im Aufspüren von Irrtümern und besser darin, sie zu vermeiden Irrtümer bereiten oder sind Probleme. Wenn ich sie vermeiden will, muss ich in er Lage sein, sie zu erkennen UND anders, zielgerichtet, sinnvoll zu handeln. Das wird im Bereich Hochbegabung „Problemlösekompetenz“ genannt.

  • fähig, sich gut zu konzentrieren (wenn wir nicht abgelenkt werden) Eine gute Konzentrationsfähigkeit wird auch intelligenten Menschen zugeordnet.

  • besonders gut bei Aufgaben, die [ … ] Schnelligkeit und das Aufspüren von feinen Unterschieden erfordern Schnelligkeit im Denken und ein gutes Differenzierungsvermögen ist ebenfalls Bestandteil von Hochbegabung

  • fähig, Wahrgenommenes auf einer tieferen Ebene des so genannten semantischen Gedächtnisses zu verarbeiten Semantisches Gedächtnis = Teil des expliziten Gedächtnisses, das Fakten und Wortbedeutungen (Lexikon) enthält, nicht aber die autobiographischen Erinnerungen (episodisches Gedächtnis) Auch intelligente Menschen verarbeiten Fakten und Wortbedeutungen auf einer tieferen (unbewussten) Ebene

  • nachdenklich, was ihre eigenen Gedanken betrifft „über die eigenen Gedanken nachdenken zu können“, die „Betrachtung der eigenen Gedanken von einer Metaebene aus“ gilt als Zeichen von (hoher) Intelligen

  • fähig, etwas zu lernen, ohne sich des Lernvorgangs bewusst zu sein Auch von Hochbegabten hört und liest man oft, dass sie etwas „einfach wissen“, ohne sich darüber klar zu sein, wann und wo sie das gelernt haben könnten.

  • intelligente College-Studentin mit klarem Blick Wenn du das Buch, aus dem diese Auszüge sind, einmal aus der Perspektive „Intelligenz“ liest, wirst du feststellen, dass Aron ausschließlich intelligente Menschen beschreibt. Der „klare“ oder auch „wache“ Blick wird übrigens genauso auch bei Hochbegabung erwähnt.

  • … fühle mich so anders Das Gefühl des Andersseins ist nahezu jedem Hochbegabten bekannt

  • Das Resultat war, dass man sie in einem Programm für Begabte unterbrachte, was mich nicht überraschte Bezeichnend ist hier, dass Aron von der hohen Intelligenz ihrer Klientin nicht überrascht war. Das kann man sicher unterschiedlich deuten, für mich heißt das, dass sie das schon vermutete oder aber sowieso davon ausging

  • … die oftmals große Kreativität, Leidenschaft, Erkenntnis und Anteilnahme an den Tag legen Intelligenz steht im direkten Zusammenhang mit Kreativität (oder umgekehrt), Leidenschaft erkennen wir meist bei berühmten Hochbegabten (z. B. Künstlern, Musikern, aber auch Naturwissenschaftliern wie Einstein oder Hawking), es gibt sie aber genauso natürlich auch bei unbekannten Hochbegabten, und Erkenntnisstreben ist ein ganz typisches und bekanntes Merkmal von Hochbegabung.

  • … denken genauer über alles nach Das tun Hochbegabte auch, wie man in zahlreicher Literatur dazu nachlesen kann

  • … besitzen wir die Fähigkeit ganz genau zu differenzieren. Das hatten wir weiter oben schon in ähnlicher Form (das "Aufspüren feiner Unterschiede" = Differenzierungsfähigkeit

  • ausgeprägte Intuition Vereinzelt liest man das auch wörtlich in Literatur zu Hochbegabung, öfter wird es umschrieben. Auch Hochbegabte selbst berichten davon, wenn sie konkret danach gefragt werden.

  • … Informationen unbewusst bzw. halbbewusst aufnehmen und weiterverarbeiten Ähnliches hatten wir weiter oben im Zusammenhang mit dem semantischen Gedächtnis.

  • Sie oft etwas einfach so wissen, ohne dass Ihnen klar ist wieso. Auch diese Formulierung gibt es in ähnlicher Form weiter oben ("fähig, etwas zu lernen, ohne sich des Lernvorgangs bewusst zu sein")

  • … Sie über Vergangenes und Zukünftiges mehr als andere nachdenken Die Reflexion kommt hier in unterschiedlicher Formulierung häufiger vor.

  • … wissen einfach, wie die Dinge sein sollten, [ … ], oder wie etwas enden wird Das ist ebenfalls eine Form von unbewusstem/teilbewusstem Wissen oder auch Intuition.